
Als BrassBand
bezeichnet man ein Blechbläser-Ensemble nach britischer Art. Diese
Formation umfasst nach einem normierten Besetzungstypus alle Register
vom Bass bis zum Sopran und besteht zusammen mit den Schlagzeugern
ursprünglich aus 25 Bläsern und 2-3 Schlagzeugern. In der Sopranlage
verwenden die BrassBands ausschliesslich Cornets. Trompeten sind nicht
besetzt. Ein einziges Flügelhorn wird vor allem in der Altlage, also
weniger Melodieführend, eingesetzt. Im weiteren gehören zum Instrumentarium:
Es-Hörner, Baritone, Euphonien,
Posaunen, Bässe sowie das Schlagzeug bestehend aus Becken, kleiner und
grosser Trommel.

Hält
eine BrassBand an der Minimalbesetzung fest, dann werden die meisten
Stimmen solistisch ausgeführt. Dadurch wird ein Höchstmass an
klanglicher Transparenz erreicht. Diese kammermusikalische
Musizierweise setzt ab voraus, dass hinter jedem Instrument tatsächlich
ein Solist sitzt. Vor allem durch die ausschliessliche Verwendung von
Cornets in der Sopranlage sind die klanglichen Differenzierungsmöglich-
keiten stark eingeschränkt; ein Nachteil, der durch die weiche,
flexible und in der Artikulation sehr differenzierten Tongebung bei
weitem wettgemacht wird.
Zur richtigen Blas- und Ansatztechnik und dem geschulten Gehör kommt ein weiterer sehr wichtiger Punkt hinzu; nämlich jener der differenzierten Artikulation bzw. des variierten Zungenstosses. Die kontinentale Blechbläserei ist kriegerischen und militärischen Ursprungs. Dies mag ein Grund dafür sein, dass sie bis in die Mitte das 20.Jahrhunderts hinein, zum Teil leider bis heute, im allgemeinen sehr hart artikuliert und darum auch gerne hart, “zackig” und signalhaft wirkte. Da aber die BrassBand-Musik ganz anderen Ursprungs ist, spielte sie auch andere Musik. Zum Teil war ihre Musik sogar religiös empfunden und daher weicher und dynamisch viel differenzierter. BrassBand-Musik war nie Militärmusik wie die kontinentale Blasmusik.
Nun sind aber all diese Dinge wie Tongebung, Artikulation, Klangideal etc. so oder so einem ständigen Wandel und Entwicklungen unterworfen., denen sich sowohl die BrassBands als auch die kontinentale Blasmusik, allen voran aber die professionellen Blechbläser unserer Orchester anschliessen und mitbestimmen. Auch hier bedeutet Stillstand Rückschritt. In diesem Sinn geht die Tendenz sowohl in England als auch in der Schweiz sogar dahin, Trompeten und Waldhörner in das Instrumentarium der BrassBands einzubeziehen.
Quellennachweis
Roland Kaufmann (Semesterarbeit)
Archiv des British Bandsman, England
Bach Markus, Aufsätze und Unterlagen über die Brass Band