Es waren nicht gerade ermutigende Zeiten, als im Jahre 1944 der Musikverein Röschenz gegründet wurde. Fünf Wochen zuvor, am 6. Juni 1944, begann mit der Invasion D-Day die grösste Landungs-Operation im 2. Weltkrieg. Sie endete mit der Rückeroberung und Befreiung Frankreichs.

Trotz dieser schwarzen Jahre mit Krieg und Elend wagten 10 junge Männer und Burschen den mutigen Schritt, unsere Dorfmusik ins Leben zu rufen.

(Einen solchen Schritt unternahm man aber schon einmal. 1934 gründete der “Jünglingsverein Röschenz” die “Jünglingsmusik Röschenz”, die leider 1939 (1. September Kriegsbeginn) wieder aufgelöst wurde.)

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Am Sonntag, dem 16. Juli 1944, versammelten sie sich nach dem Hauptgottesdienst im Restaurant “zur Sonne” und beschlossen mit grossem Mut, den Musikverein aus der Taufe zu heben. Nachfolgend die Namen der Gründungsmitglieder:

Obwohl alle Mitglieder die Noten selber bezahlen mussten und zudem noch pro Monat Fr. 1.-- in die Vereinskasse legten, stieg die Mitgliederzahl bald auf 21 Mann an.

Zu Beginn ging alles kleinen Schrittes und mühsam voran. Laut Protokoll vom 18. August 1944 wurden die Statuten im Gang des ersten Stockes des alten Schulhauses genehmigt, da alle Schulräume und Restaurants mit Soldaten belegt waren. 3 Mitglieder waren infolge Militärdienst entschuldigt.

Dem Jahresbericht 1945 ist zu entnehmen, dass der Verein bereits 21 Mitglieder zählte. Als 1. Dirigent konnte der Lehrer Niklaus Eggenschwiler gewonnen werden. Leider konnte er sein Amt nur kurze Zeit ausüben, da er krankheitshalber seinen Taktstock niederlegen musste. Nach intensiver Suche wurde im Frühjahr 1945 Arnold Richterich aus Laufen als neuer Musikleiter engagiert. In dieses Jahr fallen auch die ersten Auftritte wie Bruderschaftsfest (Grosser Umgang), 1. Augustfeier und das erste Konzert mit Lustspiel.

Seinen ersten grossen Auftritt hatte der junge Musikverein am Laufentaler Musiktag 1946 in Liesberg mit der Ouvertüre “Märchenland”. Im Jahresbericht steht zu lesen: “Wir haben das anwesende Publikum zur Genüge überzeugen können.”

In den nachfolgenden Jahren pflegte man auch das Theaterspielen und konnte so unserer Dorfgemeinschaft viele unterhaltsame Abende bescheren. Josef Cueni-Cueni führte immer Regie.

Am 21. Mai 1950 konnten wir eine neue Vereinsfahne einweihen. Wir dürfen mit Stolz behaupten, dass es eine der schönsten Musikfahnen im Laufental war.

1952 hatte die alte Uniform, erworben 1948 von der Musikgesellschaft Grellingen zum Preis von Fr. 20.-- je Stück, ausgedient. Die Musikanten kleideten sich neu ein. Aus dieser Zeit stammt auch folgende Statistik über den Probenbesuch der Vereinsmitglieder, der in diversen Protokollen festgehalten wurde und von begeisterten Musikanten zeugt:

In der Zwischenzeit hatten wir zweimal Dirigentenwechsel. Nach Herrn Richterich übernahm Louis Heizmann, Erschwil, die Leitung. Ihm folgte, was uns besonders freute, ein Röschenzer. Es war Alban Schnell, der uns musikalisch ein schönes Stück vorwärts brachte.
Im Frühjahr 1956 wurde nach dem Austritt von Alban Schnell Reinhold Joray von Liesberg zum Dirigenten gewählt. Trotzdem die Mitgliederzahl immer noch nicht gestiegen ist und immer nur so um 29 herum schwankt, hat Herr Joray offensichtlich Freude an uns.


1961

Es wurde ein grosser Musikantentreffen zur Sanierung der Vereinskasse organisiert. Es war ein Fest in einer Festhalle und 6 befreundete Musikvereine wurden eingeladen.

1963

Laufentaler Musiktag in Röschenz

1965

Uniformenweihe in der Festhalle mit Gastvereinen

Dirigentenjubiläum, 10 Jahre Reinhard Joray

1967

Fest zur Neuinstrumentierung

1968

Berner-Kantonales Musikfest in Interlaken

1968

Rücktritt des Dirigenten Reinhard Joray

1969

Pius Kissling (Kapellmeister Stadtharmonie Laufen) übernimmt vorübergehend den Dirigentenstab

Jubiläum, 25 Jahre Musikverein Röschenz



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Allmählich verblasste auch die erste Vereinsfahne und am 17. Juni 1973 weihte man unter dem Patronat von Greti Cueni und Dr. Emil Schnell feierlich eine neue Fahne ein.

Anfangs der Siebziger Jahre wurde mit der Verpflichtung von Othmar Brühwiler aus Binningen als Dirigent ein neus Zeitalter eingeläutet. Dies äusserte sich auch im neuen Erscheinungsbild des Musikverein Röschenz. Die alte Uniform hatte ausgedient und ein Blazer mit Fliege wurde angeschafft.

In musikalischer Hinsicht bewegte sich der Musikverein jetzt eindeutig in Richtung BrassBand. Unter der Stabführung von Othmar Brühwiler wurde jahrelang am Chorklang gefeilt und an der Dynamik geprobt. Der Erfolg an vielen Anlässen unterstreicht die intensiven Bemühungen:


1974
Berner-Kantonales Musikfest in Burgdorf
Goldlorbeer 3. Klasse
1980
Basellandschaftliches Musikfest in Therwil Goldkranz 2. Rang in der 3. Klasse
1984
Basellandschaftliches Musikfest in Liestal Obsoluter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte: 6. Rang in der 2. Stärkeklasse mit nur 21 Mitgliedern


Im Jahre 1981 durften wir das 10-jährige Dirigentenjubiläum von Othmar Brühwiler anlässlich eines Frühlingskonzerts feiern. Es ist erfreulich, dass es dem Jubilaren gelungen ist, in dieser Zeit mit einer erstaunlich kleinen Musikantenschar den Musikverein Röschenz zu einem homogenen Musikcorps auszubilden. Der Verein darf sich heute in jeder Hinsicht sehen und hören lassen.

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Ende der Achtziger Jahre erweiterte der Musikverein seinen musikalischen Horizont erneut. Mit unserem damals 18-jährigen Dirigenten Reto Borer aus Nunningen betraten wir eine ungewohnte Welt, nämlich jene der Unterhaltungsmusik. Der anhaltende Erfolg und gute Kritiken geben dem Dirigenten recht.


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Der Blasmusikwettbewerb “SWISS-PARADE 1993” war ganz auf uns zugeschnitten. Ueber die Vorentscheidung am Radio (Liveauftritt an der BEA in Bern) gelangten wir auch ins Fernsehen. Dort massen wir uns mit dem MV Pratteln und wurden schliesslich als Sieger der Region Nordwestscheiz erkoren. Auf diesen grössten Erfolg in der Geschichte des Vereins dürfen wir sicher stolz sein.


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Auch die klassische Musik wird von uns nicht vernachlässigt. Zu den musikalischen Höhepunkten zählt schon seit jeher das zur Tradition gewordene Kirchenkonzert im Dezember. Wir legen grossen Wert auf hochstehende Konzerte im Kirchenbereich. Unsere Vielseitigkeit konnten wir schon des öfteren unter Beweis stellen. Mit Chor und sogar mit einem Streichorchester vermochten wir die Zuhörer zu begeistern.

Natürlich darf auch das alljährliche Unterhaltungskonzert im Frühling nicht unerwähnt bleiben. Immer wieder konnten wir die Konzertbesucher mit neuen originellen Darbietungen überraschen: Sei es mit einer Elvis Presley Parodie, gemeinsamer Auftritt mit einer “Pfiffer- und Trommler-Clique” oder sogar mit einer harten Rockband.


Im Juni 1994 feierte der Verein 3 Tage lang ein grosses Fest: 50 Jahre Musikverein Röschenz. Gleichzeitig führten wir den 77. Laufentaler Musiktag durch, den wir um 1 Jahr auf unser Jubiläum hin verschieben konnten. Joe Kohler, der damalige Präsident, freute sich besonders auf den Festakt am Samstag-Abend, wo der Musikverein unter anderem einen neuen Namen erhält: Musikverein BrassBand Röschenz.

Signet Laufentaler Musiktag und 50-jähriges Jubiläum


Auf Grund unserer breiten Palette in unserem Spiel an moderner Unterhaltungsliteratur und Popmusik wurden wir oft angefragt, auch auswärts aufzutreten. Zum Beispiel:


Mit der Teilnahme am Kantonalen Basellandschaftlichen Musikfest in Ettingen vom 23./24. Juni 2000 erreichte die BrassBand Röschenz einen weiteren musikalischen Höhepunkt; in der 2. Klasse erspielten wir uns den hervorragenden 4. Rang.

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